Nov 302012
 

Es ist nicht immer leicht hohe Zinsen für das schwer verdiente Geld zu bekommen. Die Festgeldzinsen liegen unterhalb der Inflationsrate von 2 Prozent. Banken geben teilweise weniger als 0,5 Prozent Zinsen. Jeden Tag erleben Anleger so gesehen einen Kaufkraftverlust des Kapitals. 

Auf der Suche nach Auswegen aus diesem Dilemma geraten Anleger immer mehr an Anlageberater, die Top Fonds mit Unternehmensanleihen anbieten. Die Renner scheinen, laut einem Bericht von Morningstar, Rentenfonds zu sein. Einige Rentenfonds auf Eurobasis mit Staatsanleihen, Pfandbriefen und anderen hochbesicherten Anleihen haben Kursniveaus erreicht, die kaum weitere Renditesprünge zulassen. 

Sind Fonds mit hochverzinslichen Anleihen ohne Risikobelastung?

In Phasen höherer Zinsen meiden Anleger Anleihen, die höhere Zinsen versprechen. Dann gehen Anleger auf Sicherheit. Jetzt bei niedrigen Zinsen sucht man risikobehaftete Anleihen, die ein höheres Risiko beinhalten. Gerade im Bereich der Unternehmensanleihen sind Mittelstandsanleihen zu nennen, die in Fonds für mittelständische Unternehmen aufgenommen werden. Problematisch ist, dass das Volumen der Emissionen von Unternehmensanleihen nicht dem emittierten Volumen von Staatsanleihen entsprechen. 

Mittelstandsanleihen in der Zeichnung – sind gefragt! 

„Die Nachfrage nach Risiko ist ungebremst – sorry, natürlich die Nachfrage nach hohen Zinsen.“ 

Die Anleihen mittelständischer Unternehmen werden intensiv von Privatanlegern gezeichnet. Bereits vor dem Zeichnungsende sind viele Mittelstandsanleihen ausverkauft. Emittenten nutzen dann die Chance zur Erhöhung der Zeichnungserlöse und erhöhen das angestrebte Volumen der Unternehmensanleiheemission. Selbst dann werden Zeichnungen zum Teil noch vorzeitig geschlossen. Mittelstandsanleihen zeichnen sich durch geringe Emissionsvolumina aus. Als gering wird in diesem Fall 5 Millionen bis 200 Millionen Euro angesehen. Will man vor dem Ende der Laufzeit verkaufen, kann es zu Verzögerungen und zu Kursavancen kommen. 

Risikostreuung durch Rentenfonds mit Unternehmensanleihen.

„Et hät ja immer noch jodjejange“.

Ein gestreutes Risiko erhalten Anleger, die auf Zinserträge setzen mit Rentenfonds, deren Inhalt Unternehmensanleihen sind. Der Fondsmanager ist verpflichtet, eine Streuung vorzunehmen. Jetzt kommt es auf die Fondsstrategie an!

  • Welche Anleihen werden erworben?
  • Wie hoch ist der maximale Anteil einer Firmaoder einer Anleihe im Fondsportfolio?
  • Die Strategie ist in der Regel in einem Factsheet des Fonds ersichtlich.
  • Die historische Wertentwicklung der Rentenfonds könnte ja immer so weiter gehen?! 

Unternehmensanleihen leiden unter einer Marktenge

Dreht der Zinsmarkt, dann kann es „brenzlich“ werden. Wenn alle Anleger viele Fondsanteile für Unternehmensanleihen auf einmal verkaufen, dann haben Fondsmanager Probleme, die Anleihen zu einem guten Kurs am Markt zu platzieren. Der Markt ist verhältnismäßig eng bis sehr eng zu sehen.

Kurspotential der Unternehmensanleihen aktuell begrenzt

Auch bei den Fonds mit Unternehmensanleihen ist das Kurpotential zukünftig begrenzt. Unternehmen mit hohen Bonitäten weisen geringe Zinsen und Renditen auf. Zudem sind Fondsmanager bedacht liquide zu sein. Fondsanteile sind jederzeit veräußerbar.

Die Entwicklungen der Top Fonds aus der Vergangenheit können nicht einfach in die Zukunft transferiert werden.

Auf der Hut sollten Anleger sein,

  • wenn die Zinsen steigen,
  • wenn massive  Mittelabflüsse erkennbar werden und
  • wenn die Konjunktur einbricht.

 Investmentsparen bleibt beliebt

Immer mehr Anleger stürmen auf die Fonds mit Unternehmensanleihen. Was früher eine Beimischung im Depot war, ist heute ein Hauptinvestment geworden. Soll das wirklich so sein?

Fondsmanager haben immer größere Probleme Anleihen von Unternehmen mit guter Bonität zu finden. Durch den massiven Kauf von Unternehmensanleihen zur Performanceverbesserung sind die Renditen, trotz schlechterer Bonitäten als Staatsanleihen, sehr gering geworden, die Kurse der Anleihen sind auf Grund der hohen Nachfrage gestiegen. Selbst die Automobilbranche, hier ist Daimler zu nennen, zahlt für ein 10 jähriges Rentenpapier aktuell circa 2,4 Prozent Zinsen. 

Aus Risikogesichtspunkten sind Fonds mit Unternehmensanleihen oder Mittelstandsanleihen den Einzelinvestments vorzuziehen.

 

  One Response to “Festverzinsliche Unternehmensanleihen oder Rentenfonds kaufen”

  1. es sind ja einige Mittelstandsanleihen an die Börse gekommen und schon waren sie insolvent. Auf so etwas sollte die Börsenaufsicht vorzeitig hinweisen und die Bafin pennt schon wieder. Da ist es mir schon lieber, wenn ich einen unabhängigen Honorarberater zur Seite habe

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