Okt 172012
 

Auch Privatanleger können von Aktienanleihen profitieren, sollten sich vor dem Kauf einer solchen Anlage jedoch genau mit deren spezifischen Besonderheiten vertraut machen. Dies ist auch wichtig, um keine steuerlichen Nachteile zu erleiden. Bei einer Aktienanleihe sichert sich der Emittent das Recht, bei Fälligkeit entweder die Anleihe in Cash zurück zu zahlen oder aber eine von Anfang an genau festgelegte Anzahl an Aktien zu liefern. Welche Alternative günstiger für den Emittenten ist, hängt alleine von der Entwicklung des Aktienkurses ab. Liegt er am Stichtag über dem Basispreis, ist die Rückzahlung in Bargeld vorteilhaft. Notieren die Aktien unterhalb des Basispreises, macht nur eine Andienung von Aktien für den Emittenten Sinn. Der Anleger erleidet bei dem letzten Szenario einen Verlust, dessen Höhe sich aus dem Anschaffungspreis der Anleihe und dem Wert der Aktien ergibt. Theoretisch ist dieses Verlustrisiko nahezu unbegrenzt, denn im schlimmsten Fall könnten die Aktien am Stichtag nur noch wenig wert sein. Als Ausgleich für dieses Risiko erhält der Anleger einen höheren Zinssatz als bei anderen Sparformen.

Wie alle Kapitalerträge unterliegen die Zinsen aus Aktienanleihen der Abgeltungssteuer. Ihre pauschale Höhe beträgt 25 Prozent, dazu kommen noch der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Der Anleger kann bis zur Höhe seines Freibetrages einen Freistellungsauftrag stellen und die Zinsen damit von der Abgeltungssteuer befreien lassen. Wenn der Aktienkurs am Stichtag des Auslaufens der Aktienanleihe unter dem Basispreis liegt, kommt es wie oben beschrieben zu Verlusten. Diese besitzen steuerliche Anrechnungsfähigkeit und dürfen mit bestimmten Kapitalerträgen verrechnet werden. Kommt es zur Andienung von Aktien und verkauft der Anleger sie im Anschluss, dürfen die daraus resultierenden Verluste nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen steuermindernd aufgerechnet werden.

Allerdings stehen nicht jedem Betroffenen überhaupt solche Kapitalerträge, Gewinne aus Aktienverkäufen, zur Verfügung. Auf „Nummer Sicher“ geht man als Besitzer einer Aktienanleihe, durch die es voraussichtlich zu Verlusten kommen wird, wenn man die Anleihe vor deren Auslaufen verkauft. Der Kurs wird dann regelmäßig unter dem Anschaffungspreis liegen, denn der Wert der Aktienanleihe ist direkt abhängig von der Entwicklung des Aktienkurses. Der auf diese Art realisierte Verlust darf mit allen Einkünften, den Kapitalerträgen aus Kapitalvermögen verrechnet werden, eine Beschränkung existiert dabei nicht. Aus steuerlicher Sicht ist der vorzeitige Verkauf also wegen des breiter nutzbaren Verlustverrechnungstopfes empfehlenswert. Informationen zu ihren persönlichen steuerlichen Gegebenheiten erteilt ihr steuerlicher Ratgeber.

  2 Responses to “Kapitalerträge der Aktienanleihen richtig zuordnen”

  1. Feste Zinsen gibts ja auch bei Aktienanleihen und höhere Zinsen. Wenn es also bei der Rallye am Markt bleib können auch die sogenannten sicheren Sparer mit ihren politischen goodwilleinlagenabgabezwang a la Zypern mals was wagen.

  2. guten Tipp mit den Kapitalerträgen und den Aktienanleihen. mal sehen welche Tipps es noch gibt. Vielleicht in den letzten Tagen des Jahres mit Stückzinsen den Freistellungsauftrag freischaufeln. Nur dort wo es geht und Sinn macht. Als Privatanleger plane ich aber ganz anders als eine Firma

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